Anna Langheiter bei der #atd22Die #atd22 ist ein Kongress der Association for Talent Development, der jährlich an unterschiedlichen Orten in den USA stattfindet. Sie beherbergt 13.000 Weiterbildungsexperten aus über 80 Ländern, die mehr über die Trends und Best Practices wissen möchten, die in Workshops und auf der Ausstellung weitergegeben werden.

Wer mich kennt, weiß, dass ich auf der #atd den Stand der Firma Metalog betreue und immer wieder Spaß habe, mit diesem Stand an bunten und wunderbaren Tools zwischen den eher IT-lastigen Ausstellern zu stehen.

Was war dieses Jahr neu oder anders? Viele Standbesucher freuten sich darüber, dass es die Metalogtools gibt, waren neugierig und ließen sich zum Ausprobieren einladen. Gleichzeitig gab es jetzt auch die Nachfrage nach Onlinevarianten für kleine und große Gruppen.

Ideen, die ich von der #atd22 mitgenommen habe

Mit der Einführung eines Blended Learning Ansatzes für MOOCs [Roberto Galvez] hat die Universität eine 100 % Abschlussquote geschafft.

Meine Highlights:

  • Blended Learning ist besser, als die Lernenden mit dem MOOC (Massive Open Online Course) allein zu lassen.
  • Im Kalender werden 3 Stunden pro Woche fixiert, wobei die erste Stunde als Sprechstunde abgehalten wird und die beiden weiteren Stunden für das Selbstlernen und Vorbereiten für die nächste Lerneinheit verwendet werden.
  • Wöchentliche Abgabetermine helfen den Lernenden, die Zeit besser zu managen.
  • Es braucht eine „Community of Learners“. Diese kann über die Dauer des MOOCs innerhalb der Lerngruppe stattfinden, danach kann man alle Lernenden in eine Gesamtgruppe zusammenschließen.

Ein neuer Begriff: Scrap Learning oder Lernen für die Tonne

Darunter versteht man die Menge an Lerninhalten, die zwar vermittelt wurden, aber von den Lernenden bei der Arbeit nicht angewendet werden. Im Wesentlichen bedeutet “Scrap Learning” verschwendete Schulungszeit und verschwendetes Geld. Ich dachte, dass das eher ein Spaßbegriff sei, jedoch kann man sogar die Rate des Scrap Learning berechnen!

Level 3 Evaluierung – leicht, glaubwürdig und umsetzbar [Ken Phillips]

Wer sich schon mal mit den 4 Levels von Kirkpatrick beschäftigt hat, weiß, dass Level 3 nicht einfach zu messen ist: es geht um die Veränderung der Verhaltensweisen, die zu den gewünschten Ergebnissen führen.

Ken Phillips stellte eine einfache Methode vor, die auf drei Kernfragen, einer Stichprobengröße von 25 – 30 Teilnehmenden und Fokusgruppen beruht:

  1. Wie viel Prozent der Trainingsinhalte haben Sie verwendet?
  2. Wie sicher sind Sie, dass diese Schätzung richtig ist?
  3. Was hat Sie gegebenenfalls von einer Anwendung abgehalten?

Aus den Antworten der Fragen eins und zwei wird berechnet, wie viel vom Gelernten höchstwahrscheinlich angewendet wird und es gibt auch den besten und schlechtesten Fall wieder. So kann das Ergebnis lauten: Höchstwahrscheinlich 55 %, im besten Fall 70 % und im schlechtesten Fall 40 %.

Aus der dritten Frage erfährt man mehr über die Hindernisse, die beim Teilnehmenden selbst, im Trainingsdesign oder in der Organisation liegen können. Auf jeden Fall wird man erkennen, an welchen Stellschrauben man drehen muss, damit das Training den gewünschten Erfolg bringen wird.

Dieser Vortrag hat mich besonders angesprochen, weil ich einmal genau in dieser Situation war: Das Unternehmen hat permanent darauf hingewiesen, dass es am Trainingsdesign und Training liegen muss, dass das Training nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Erst als beim Feedback 4 Monate nach dem Training abgefragt wurde, was denn die Hindernisse in der Umsetzung waren, wurde klar, dass es vor allem an der Unterstützung durch die Organisation fehlte.

Fünf gute Ideen aus “Warum E-Learnings scheitert und wie man es ändern kann” [Tim Slade]

  • Immer wieder gut: Lernen ist ein Prozess. Ja, da wurde ich schon mal gut abgeholt!
  • Sei skeptisch, wenn jemand nach Training fragt!
  • Tim Slade spricht von Performance-Based E-Learning und meint dazu: „Um zu messen, ob ein Lernerfolg eingetreten ist, testen Sie die Leistung zeitversetzt nach dem E-Learning“. Und nicht am Ende mit einem Quiz!
  • Stelle in der Trainingsbedarfsanalyse drei Fragen: Was machen die Mitarbeiter? Was sollten die Mitarbeiter machen? Warum tun die Mitarbeiter nicht, was sie tun sollten?
  • Zwinge niemanden, einen E-Learning Kurs zu beenden. Und verwende keine Zwangsnavigation!

Advancing Your Virtual Classroom Facilitation Skills [Kassy LaBorie]

Kassy ist meine Online-Trainings-Königin. Wer immer online trainiert, sollte ihr folgen und ihre Workshops oder Trainings besuchen. Wie sie mich so verzückt hat? In einem Onlinetraining mit 500 Teilnehmenden hat sie es geschafft, mich eine Stunde immer wieder zu involvieren und die Ergebnisse zurückzuspielen. Seitdem lasse ich das Argument, online sei langweilig, nicht mehr gelten. Es ist Aufgabe von uns Trainer:innen, uns so gut vorzubereiten, damit Training interaktiv ist!

Wer mehr meiner Begeisterung sehen will, hier ist mein Testimonial für Kassy!

Und ganz ehrlich: Wie auf jedem Kongress waren nicht alle Workshops auf der #atd22 toll. Einen davon habe ich nach wenigen Minuten verlassen, da der Vortragende die Folien vorgelesen hat. Das Gute ist, dass so viele Vorträge parallel laufen, dass man sofort einen anderen findet!

Speaker – Jay Shetty

Morgens um 08:00 sind die großen Speaker dran und ich vermute, dass man die Teilnehmenden so pünktlich zum Kongress bringt.  Dieses Jahr war es Jay Shetty, ein ehemaliger Mönch, der jetzt seiner inneren Berufung folgt und sein Wissen mit anderen teilt. Das macht er sehr eloquent und witzig und bewegt auch ein paar tausend Menschen im Saal.

Inspirierend fand ich das Akronym TIMES:

  • T für Thankfulness / Dankbarkeit
  • I für Inspiration und hier besonders der Gedanke, dass man den ersten und letzten Gedanken des Tages ganz bewusst denken soll. Denn der erste Gedanke am Tag verändere, wie wir den Tag wahrnehmen.
  • M für Meditation und Mindfulness
  • E für Exercice / Bewegung
  • S für Schlaf

Zum Nachdenken gebracht, hat mich die Unterscheidung zwischen Passion und Purpose: Passion macht mich selbst glücklich. Purpose ist für andere und somit wie ich meine Begabung verwende, um andere zu verbessern.

Und? Bei welchem Workshop wärst du gerne dabei gewesen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

PS: Die nächste #atd ist vom 21. – 24.5.2023 in San Diego!

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